Wie wirkt sich das Training auf die Laktatbildung aus?

Laktat als Salz der Milchsäure stellt ein Abbauprodukt des Stoffwechsels dar. Während der Laktatwert in Ruhe bei Werten unter 1,0 mmol/l liegt (je nach Stoffwechselsituation auch darüber), steigt der Laktatwert im Laufe einer Belastung an. Laktat wird hauptsächlich während der anaeroben Glykolyse gebildet. Steht bei höheren Intensitäten nicht ausreichend Sauerstoff in der Muskelzelle zur Verfügung, erfolgt die Energiebereitstellung zunehmend über Glukose (Zucker). Dabei fällt als Abbauprodukt zunehmend Laktat an, das wiederum als Brennstoff dient. Bis zu einer gewissen Intensität kann das angefallene Laktat noch „eliminiert“ werden, der Anstieg bleibt gering und auch bei längerer Belastung pendelt sich der Wert auf einem „Steady State“ ein. Wird diese Grenze jedoch überschritten, beginnt eine zunehmende „Übersäuerung“ in der Muskelzelle und eine rasch einsetzende Muskelermüdung (Meist bei einem Wert über 4mmol/l), man bezeichnet diesen Punkt auch als „anaerobe Schwelle“. Die Energiespeicher entleeren fast völlig, die Muskulatur kann nicht mehr richtig kontrahieren, es kommt zu einem Belastungsabbruch.

Bei Krafttraining steigt das Laktat im Muskel und im Blut kontinuierlich an dabei können nicht selten Werte von 20 mmol/l erreicht werden. Nach Untersuchungen an einer Gruppe von krafttrainierten Sportstudenten der Universität Bayreuth fällt die Laktatbildung bei Ganzkörper-Elektrostimulation deutlich geringer aus als bei konventionellem Krafttraining. Während bei Gewichttraining eine deutliche Anhäufung von Laktat über die anaerobe Schwelle hinaus bis zu Werten von über 13mmol/l festgestellt wurde, blieben die gemessenen Laktatwerte bei Ganzkörper-EMS konstant bei etwa 5mmol/l, also nahe der Schwelle, ohne sie zu überschreiten. Eine Übersäuerung wie bei konventionellem Krafttraining entsteht bei EMS nicht, die Belastung kann so besser aufrecht erhalten werden.

Zu beachten ist allerdings, dass die Laktatkonzentration auch von der gewählten Belastungsintensität abhängig ist. Für das EMS-Training bedeutet das: Je intensiver die Belastung ausgeführt wird und je länger die Impulsdauer gewählt wird bei gleichzeitiger Reduzierung der Pausen, desto höher ist auch die Stoffwechsel-Belastung bei Ganzkörper-EMS. Zwar ist auch hier die laktazide Belastung geringer als beim Krafttraining mit Gewichten, aber ein Steady State kann auch hier nicht mehr aufrecht erhalten werden. Insgesamt fällt die Laktatbelastung und damit auch die „Übersäuerung“ des Körpers bei Elektrostimulation geringer aus.

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